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Feste feiern

Show-concept.ch | 22.03.2019 | Kategorie: Firmennews

Bericht der Elsauer Zytig / März 2019
  • Pressebericht Elsauer Zytig

«Schön sind natürlich Events, bei denen wir ganz tief in die Trickkiste greifen dürfen»(sic)

Wer kennt sie nicht, die schwarzen Lastwagen der Firma show-concept.ch, die irgendwie den grossen Kisten ähneln, die wir alle schon mal an Konzerten herumstehen gesehen haben? Patrick Früh ist Inhaber der Firma show-concept.ch und nicht nur Herr über genau diese Lastwagen, sondern auch über ein riesiges Lager voll besagter schwarzer Kisten. Doch seine Kisten reisen längst nicht nur an Konzerte, sondern lassen Zuschauerinnen und Zuschauer an vielen Events und Veranstaltungen staunen und träumen.

Mir kommt bei Veranstaltungstechnik eigentlich immer die obligate Discokugel aus den 80er Jahren in den Sinn...(lacht) Das ist gar nicht so abwegig, denn mit einer Discokugel hat damals alles angefangen. Als ich in der sechsten Klasse war, kratzte ich all mein Taschengeld zusammen und kaufte mir – genau – eine Discokugel. Für mich war das schon immer ein Traum gewesen. Bald einmal sprach sich das in Seuzach herum, dass Patrick eine Discokugel besitzt. Und so kam es, dass ich meine Discokugel ziemlich gut ver-mieten konnte. Ich bin in der Zeit der Dorfdiscos in den schummrigen Turnhallen voller Trockeneis aufgewachsen. Da gehörte eine Discokugel einfach mit dazu. Veranstaltungstechnik hatte mich immer schon fasziniert. Die Möglichkeit, einen Raum allein durch den Einsatz von Licht und Toneffekten zu verwandeln. Nach und nach kaufte ich mir verschiedenes Equipment zusammen und vermietete es dann an die Discoveranstalter weiter.

 Wie weit war der Weg von der Discokugel im Keller der Eltern bis zum eigenen Geschäft? Der war eigentlich gar nicht weit. Mein Vater betrieb ein kleines Ladenlokal in Seuzach, und schon bald war eine ganze Ecke mit meinem Zeug vollgestellt. Da ich an mich selber immer den Anspruch hatte, mit dem neusten Material aufwarten zu können, sammelte sich schnell immer mehr Equipment im Laden. Nach einer Lehre als Elektriker und verschiedenen Zwischenstopps in zahlreichen Berufen – mal habe ich als Betriebselektriker im Technorama, mal als Lastwagenchauffeur gearbeitet und auch noch die Carprüfung absolviert – machte ich mich im Jahr 2004 mit show-concept.ch selbstständig. Die Firma hatte ich vorher schon gegründet, und zwar im Jahr 2001. Damals konnte ich aber noch nicht davon leben. Wie gross ist Ihre Firma heute? Was als Kleinstfirma mit mir und meinen Kumpeln begonnen hat, ist inzwischen ein Unternehmen mit 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Je nach Event können wir auch auf einen Pool von 25 bis 35 Freelancern zugreifen. Zudem bilden wir aktuell drei Lehrlinge aus. Was für eine Lehre kann man denn bei Ihnen absolvieren? Die vierjährige Ausbildung zum Veranstaltungsfachmann bzw. -fachfrau ist relativ neu. Wir waren eine der ersten Firmen, die diesen Lehrgang anboten. Bis vor kurzem waren Veranstaltungstechniker fast durchwegs Quereinsteiger. Handwerklich begabte, kreative Leute, die gerne zupacken und ein Flair für technische Lösungen mitbringen.In den letzten Jahren sind die verwendeten Gerätschaften aber immer komplexer geworden. Als Veranstaltungstechniker muss man stark mit der Zeit gehen und immer das neuste Material anschaffen, aber auch aufstellen und anwenden können. Sonst ist man relativ schnell weg vom Fenster. Gefragt sind heute Fachleute, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Deshalb finde ich es sehr positiv, dass dieser Beruf heute von der Pike auf erlernt werden kann. Bis jetzt hatten wir keine Probleme, Nachwuchs zu finden, und auch die Lehrstellen sind begehrt. Die Lehre ist aber absolut kein Zuckerschlecken, sondern besteht oft aus harter körperlicher Arbeit. So mancher Schnupperstift hat es sich nach einem Tag zupacken wieder anders überlegt.

 Welche Art von Events veranstaltet show-concept.ch? Grundsätzlich veranstalten wir gar keine Events, sondern wir helfen den Veranstaltern bei der Planung und stellen ihnen alles nötige Equipment zur Verfügung. Wir haben uns dabei auf Industrieevents von Firmen spezialisiert. Dazu gehört auch die Planung und der Bau von Messeständen. Zu unseren Kunden gehören Firmen aus den verschiedensten Bereichen wie Banken, Hotelbetriebe, Versicherungen etc. Auch das Public-Viewing in Winterthur während der Fussballmeisterschaft dürfen wir jeweils ausstatten. Bei uns können aber auch Privatpersonen Material für ihre Veranstaltung mieten. Egal ob sie einen Beamer, spezielle Lichteffekte oder auch nur ein Mikrofon brauchen. Keine Open-Airs mit riesigen Lautspre-cherboxen? Nein, keine Open-Airs. Wir hätten zwar das nötige Konzert-Equipment am Lager, aber die Preise sind bei solchen Veranstaltungen auf sehr tiefen Niveau. Zudem gibt es Veranstaltungstechniker, die sich auf Konzerte und Open-Airs spezialisiert haben. Das ist deren Markt. Dafür gehören Firmen von klein bis Gross zu unseren Kunden. Als Veranstaltungstechniker ist es meiner Meinung nach ganz wichtig, sich auf eine gewisse Nische konzentrieren, um überleben zu können. Wie läuft die Planung eines Events ab? Schön sind natürlich Grossevents, bei denen wir ganz tief in die Trickkiste greifen dürfen. Oft unterstützen wir den Kunden schon bei der Ideenfindung. Schliesslich ist das ja auch unser Fachgebiet. Wir wissen, was alles möglich ist und wie man was umsetzen muss, damit die Besucherinnen und Besucher ein unvergessliches Erlebnis geboten bekommen. Und genau darum geht es ja. Wenn ich mich hier umschaue, steht da ganz schön viel Material herum...Stimmt. Unsere Lagerräume sind wirklich bis unter die Decke vollgestellt mit technischem Equipment. Aber das ist auch nötig, denn Grossanlässe bedeuten immer eine riesige Materialschlacht. Um unseren Kunden immer die neuste Veranstaltungstechnik anbieten zu können, investieren wir laufend in neues Material. Was heute ganz neu ist, kann überspitzt gesagt morgen schon absolut veraltet sein. Dann landet das, was vorher ein paar Tausender kostete, für ein paar Franken auf Ricardo...Und was verbindet Sie mit der Gemeinde Elsau? Ganz ehrlich – dass mein Lager in der Gemeinde Elsau steht, ist reiner Zufall. Anfangs mieteten wir nur einen ganz kleinen Teil der Hallen hier an der St. Gallerstrasse, doch mit den Jahren sammelte sich halt immer mehr Material und wir mieten immer wieder einen Teil dazu. Im Jahr 2010 konnte ich die Liegenschaft schliesslich kaufen, und inzwischen benötige ich fast den ganzen Platz für unser Equipment. Die Lage hier ist absolut fantastisch, weil wir genügend Platz haben und innert kürzester Zeit auf der Autobahn bzw. am Flughafen sind. Was ist das Faszinierende an Ihrem Beruf? Dass kein Tag dem anderen gleicht. Mir macht meine Arbeit nach wie vor grossen Spass. Auch wenn ich mich vor Kurzem dazu durchgerungen habe, nur noch im Backoffice und nicht mehr an der Front tätig zu sein. Mit rund 1200 Veranstaltungen pro Jahr wurde das dann doch zu viel. Und ich habe gute Leute, auf die ich mich vor Ort absolut verlassen kann. Ich gebs aber offen zu: manchmal werde ich rückfällig. Es ist aber auch wirklich absolut faszinierend, eine anfangs leere Halle so zu verwandeln, dass darin nachher Träume flie-gen lernen und top durchorganisierte Events stattfinden können.